Vertrauenswürdige Digitale Identitäten sind der Schlüssel für die zukünftige Digitalisierung

Steinbeis M&A, vertreten durch Alfred Dietel und Christian von Staudt, begleiteten das mySaveID-Team der targens GmbH über 18 Monate von der Verifizierung bzw. Optimierung des Business Plans über die Geschäftsbereichsausgründung bis zum Verkauf an msg im April dieses Jahres. Welche Bedeutung dezentrale, Digitale Identitäten (Self-Sovereign Identity = SSI) für die fortschreitende Digitalisierung vieler Geschäftsbereiche in nahezu allen Branchen zukommt, das beleuchten Karsten Treiber, Geschäftsführer mySaveID bei msg, und Steinbeis M&A im Interview.

Ganzheitliche Transaktionsberatung von Unternehmern für Unternehmer!

Steinbeis M&A www.steinbeis-finance.de bietet seinen Kunden ein umfangreiches und professionelles Beratungs- bzw. Dienstleistungsspektrum in den Bereichen (1) Mergers & Acquisitions (2) Buy-and-Build, (3) Strategy und (4) Capital Advisory, über alle Branchen hinweg. Mandanten sind insbesondere mittelständische Unternehmer, Unternehmen und Unternehmensgruppen im In- und Ausland, aber auch internationale Konzerne, die sich auf dem Mittelstandsmarkt etablieren wollen.

Aktuell sind 13 Partner bei Steinbeis M&A tätig, die weit über 200 erfolgreiche Transaktionen in den letzten Jahren abgeschlossen haben. Steinbeis M&A mit Büros in Frankfurt, Stuttgart, Hamburg, Köln, Berlin, München, Karlsruhe, Wien (A), Zürich (CH), Palma (ES) und London (UK) ist eine unabhängige Beratungsgesellschaft der Steinbeis-Gruppe.

Alfred Dietel
Partner Steinbeis M&A

Alfred Dietel: Warum sind vertrauenswürdige digitale Identitäten so (immens) wichtig?

Karsten Treiber: Bis heute sind der Umsetzung von Digitalisierungsvorhaben oftmals juristische, gesellschaftliche und insbesondere gesetzliche Grenzen gesetzt, sodass die digitale Transformation an der Unternehmensgrenze endet. Dabei bieten gerade die unternehmensübergreifenden Prozesse ein hohes Optimierungspotenzial.

Besonders das Management von Unternehmensberechtigungen und -daten im Außenverhältnis ist mit hohem Zeitaufwand verbunden. Durch vertrauenswürdige Autorisierungen können digitalisierte Prozesse angestoßen werden, die Anpassungen von Verwaltungsaufgaben und Kompetenzen in Unternehmensstrukturen deutlich leichter, schneller sowie kostengünstiger ermöglichen.

Christian von Staudt: Wie können wir uns das Thema der Digitalen Identität bildlich vorstellen?

Christian von Staudt
Steinbeis M&A
Christian von Staudt
Steinbeis M&A

Karsten Treiber: Mittels einer Digitalen Identität lässt sich ein Unternehmen, eine Person oder ein Objekt in der virtuellen Welt genauso wie im realen Leben eindeutig identifizieren. Im realen Leben läuft dies oft mit einem Ausweis oder anhand einer Urkunde.

Typische Merkmale der realen Identität einer Person sind dabei etwa der Name, die Adresse und das Geburtsdatum oder auch ein Fingerabdruck, ein Bild des Gesichts sowie die Körpergröße. Die bekanntesten Attribute einer bisherigen Digitalen Identität bestehen oft nur aus Benutzernamen und Passwort und sind entsprechend (hoch) risikobehaftet. Genau das wollen wir ändern.

Alfred Dietel: Mittlerweile sind ständig Cyberattacken auf staatliche Stellen sowie Hackerangriffe auf Firmen in den Nachrichten. Wie können wir uns davor schützen und welche Entwicklungen helfen
uns dabei?

Karsten Treiber: Um Missbrauch auszuschließen muss sichergestellt werden, dass der Zugang nur durch eine eindeutig identifizierbare Datenform einer digitalen Abbildung einer realen Person, eines Unternehmens oder eines Objekts vorliegt. Seit geraumer Zeit erhalten reale Personen ihre Digitale Identität in der virtuellen Welt mittels Datenverarbeitung und -verschlüsselung. Einige Verfahren sind wenig gesichert, wie z.B. die einfache Registrierung von Nutzernamen und Passwörtern auf einer Webseite. Andere Verfahren erfordern eine erhöhte Sicherheit. So wurden zusätzliche PIN-Prozesse von Chipkarten oder TAN-Generatoren eingeführt oder etwa die Zwei-Faktor-Authentisierung sowie biometrische Erkennungsdaten. Die Kontoeröffnung durch ein Video-Identifizierungsverfahren nutzt beispielweise reale Identifizierungsmerkmale der natürlichen Person anhand des vorliegenden
Personalausweises zur Erstellung der digitalen Identität des Kontoinhabers.

Christian von Staudt: Das hört sich doch bereits sehr sicher und ausgereift an. Wo liegen die Probleme dieser Verfahren bzw. warum werden diese nicht überall schon eingesetzt?

Karsten Treiber: Der Nachweis der eigenen Digitalen Identität muss schnell, komfortabel und sicher sein, um von einer breiten Masse angewendet zu werden. Dies ist heute oftmals noch nicht der Fall. Die erwähnten verbesserten Zugangsverfahren sind für die meisten Anwender äußerst umständlich, zeitaufwendig und zudem fehleranfällig.

Auch eignen sich diese Verfahren bestenfalls für die korrekte Identifizierung von Personen bzw. deren Transaktionen, jedoch nicht für Objekte. Zudem sollten vorzugsweise nur wenige Identifizierungsdaten an Orten gespeichert werden, auf die der Nutzer keinen Einfluss hat. Wichtig ist ebenfalls, dass sich eine Person gegenüber einer Stelle ausweisen kann, ohne dass Dritte davon erfahren. Die heutigen Verfahren erfüllen diese Sicherheitsmerkmale leider nicht und sind zudem wenig anwenderfreundlich. Dies führt dazu, dass viele Unternehmen bei der Anmeldung über Firmen Log-Ins weiterhin auf hauptsächlich klassische, oftmals nur auf einen Anwendungsfall beschränkte Verfahren setzen. Doch kann man sich sicher sein, dass es sich wirklich um die berechtigte Person handelt und nicht um einen Angriff?

Unberechtigte Dritte könnten nicht nur in das interne Firmennetz gelangen und Informationen einsehen, sondern auch Transaktionen veranlassen oder E-Mails manipulieren.

Alfred Dietel: Wie sehen in der nahen Zukunft die Lösungen für die fortschreitende Digitalisierung von Transaktionen aus?

Karsten Treiber: Im Mittelpunkt steht der Wunsch nach einer dezentralen Nutzung vertrauens-würdiger Identitätsdaten, einer vertrauenswürdigen Digitalen Identität. Ein Treiber dieser Art der Datennutzung stammt aus den Anforderungen der Distributed Ledger Technology (DLT), eines der bekanntesten Beispiele ist die Blockchain-Technologie, welche beispielsweise für die Schaffung (Mining) der Bitcoins verwendet wird. Hier lassen sich schon heute Transaktionen und Objekte unveränderbar prozessieren und protokollieren.

Ausgangspunkt dieses Verfahrens sind IT-Algorithmen, die Daten dezentral, transparent und sicher verschlüsseln. Der englische Begriff „Ledger“ bedeutet ein Journal bzw. Hauptbuch zwecks Nachweisführung. Das Vertrauen und die Transparenz der DLT besteht darin, dass eine Kopie des Ledger an jeden berechtigten Teilnehmer (node) im Netzwerk verteilt wird und jeder node den Ledger einsieht, überprüft und Eingriffe oder Betrugsversuche im Transaktionsverlauf aufdeckt und verwirft (Abbildung 1).

Grafik Distributed-Ledger-Technology (DLT)
Abbildung 1: Grafik Distributed-Ledger-Technology (DLT)

Ein wesentlicher Bestandteil fachlicher Prozesse dieser Technologie ist die dezentrale Digitale Identität, die im Englischen auch als Self-Sovereign Identity (SSI) bezeichnet wird. Einerseits führt diese zur Datensouveränität des Nutzers, anderseits ermöglicht sie eine effizientere Datenverarbeitung.

Im Gegensatz zu den meisten etablierten IT-Prozessen verwaltet der Nutzer seine Digitale Identität selbst, ohne von einem Dritten abhängig zu sein, der die persönlichen Daten des Nutzers speichert.

Stattdessen werden dem Nutzer einmalig von zertifizierten, vertrauenswürdigen Treuhändern (Vertrauensdienstleistern oder Trust Services) bestimmte persönliche Identitätsmerkmale wie Name, Adresse oder Alter vertrauenswürdig bestätigt. Diese kann er dann, ohne weitere Zustimmung, durch den Trust Service zur Identifizierung oder Authentisierung eines Vorgangs nutzen. Der Vorteil einer selbstsouveränen Identität liegt zum einen in der dezentralen Nutzung der Daten, zum anderen aber vor allem auch darin, dass der Nutzer nicht in den Daten beschränkt wird, die ein Anbieter zur Verwaltung zulässt. Die Daten einer Digitalen Identität können beliebig anwachsen.

Christian von Staudt: Könnten Sie uns die Nutzung einer selbstsouveränen Identität etwas greifbarer darstellen?

Karsten Treiber: Zur Verwaltung der Identität braucht es eine Zugangs-Software (als Wallet bezeichnet). Dieses speichert verschlüsselt alle Identitätsattribute.

Der Anwender kann sich nun Identitätsattribute von Dritten ausstellen oder bestätigen lassen. Dies können z.B. die Daten des Unternehmens oder die des Personalausweises sein. Wir sprechen bei diesen Attributen von der Kernidentität. Je nach Aussteller der Bestätigung werden dabei verschiedene Qualitäten für die Wiederverwendung der Identität erreicht. Danach können beliebige weitere Attribute erfasst werden, die sich auf die Kernidentität beziehen. Das können beispielsweise der Anwohnerparkausweis oder der Vereinsmitgliedsausweis sein.

Alfred Dietel: Welche Bereiche von Geschäftsprozessen wird mySaveID von msg zukünftig unterstützen?

Karsten Treiber: Prinzipiell konzentrieren wir uns auf Lösungen für bestätigte Personen- und Unternehmensidentitäten. Unsere Technologie erlaubt es, vertrauenswürdige Digitale Identitäten (nach eIDAS und eIDAS 2.0*) im B2B-Bereich schnell, sicher sowie kostengünstig anzulegen und zu verwalten. Als Komplettlösung übernimmt unser Angebot sämtliche Leistungen von der Erstellung und Verwaltung über die Freigabe der Identitätsdaten an Dritte bis hin zur Verwendung von qualifizierten elektronischen Unterschriften sowie auch die nahtlose Integration in die Geschäftsabläufe und Systeme unserer Kunden. Weitere Anwendungsmöglichkeiten bestehen v.a. im Bereich Internet of Things (IoT), da sich zukünftig auch Maschinen oder Unternehmen ausweisen können und sich somit zahlreiche Prozesse effizienter und kostengünstiger gestalten lassen (z.B. autonome Liefer- und Produktionsprozesse, autonomes Fahren etc.).

Christian von Staudt: Könnten Sie uns bzgl. der Implementierung von Produkten der mySaveID einen Einblick geben?

Karsten Treiber: Bisher bieten Mitbewerber nur Teilfunktionalitäten an. Um die Angebote so zu kombinieren, wie es für voll digitale Geschäftsprozesse nötig ist, muss sich der Kunde bei jedem Angebot neu registrieren. Hier entstehen Medienbrüche.

mySaveID kombiniert die für einen Geschäftsprozess nötige Funktionalität in einem vertrauenswürdigen, beaufsichtigten Service und schafft einen medienbruchfreien Mehrwert für Anwender und Netzwerke.

Illustration mySaveID - msg
Illustration mySaveID – msg

Zu den wesentlichen Produkten des Leistungsportfolios nach eIDAS gehören die qualifizierte elektronische Signatur, das Siegel und der Zeitstempel, welche in den digitalen Prozessen unserer Kunden nahtlos integrier- und nutzbar sind. Der mySaveID Service ist technologieunabhängig konzipiert und kann über standardisierte Schnittstellen in bestehende Anwendungen, Plattformen oder Netzwerke integriert werden. Darüber hinaus ist er mit verschiedensten Distributed-Ledger-Technologien kompatibel.

Alfred Dietel: Vielen Dank, dass Sie uns diese Einblicke in die Voraussetzungen zu weiteren Fortschritten in der digitalen Transformation gegeben haben. Zusammenfassend können wir festhalten, dass ohne vertrauenswürdige, digitale Identitäten jeglicher Fortschritt in Richtung autonome Prozesse fast unmöglich bzw. ineffizient verläuft oder erhebliche Sicherheitsmängel aufweist. Die Notwendigkeit von digitalen Vertrauensdienstleistern, wie z.B. my-SaveID von msg und deren Produkte, rückt in den Vordergrund der digitalen Transformation.

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